FORSCHUNGSGESCHICHTE
Kierikki war vor 7000 Jahren eine bedeutende Ansiedlung

Die erste Erwähnung vorgeschichtlicher Strukturen, die im Gebiet von Kierikki gefunden wurden, stammt aus dem 19. Jahrhundert. Bei Ausgrabungen zu Beginn der 1990er Jahre wurden schließlich bedeutende Funde gemacht: Böden von Wohnstätten und verschiedene Gegenstände. Man wurde sich klar, dass das Gebiet von Kierikki vor mehr als 7000 Jahren über 2000 Jahre hinweg, etwa von 5000-3000 v. Chr., eine bedeutende Ansiedlung gewesen war.
Dorfkultur von Kierikki
Die ältesten Wohnstätten von Kierikki wurden im Gebiet von Pahkakoski gefunden, wo sich etwa 5000 v. Chr. Menschen ansiedelten, die von Osten dem Flusslauf des Iijoki gefolgt waren. Der den Fluss hinauf steigende Lachs und die ihm folgenden Robben lockten neue Siedler an, die alles, was sie zum Leben brauchten, in ihrer unmittelbaren Umgebung sammelten und erlegten. Neu für die Bewohner waren Tongefäße, die beispielsweise zum Lagern von Nahrung verwendet wurden. Die Fähigkeit, Keramik herzustellen, kam nach Finnland wahrscheinlich aus Südosten.
Spätestens etwa 4000 v. Chr. wohnte man in Kierikki das ganze Jahr über. Die Naturreichtümer wurden immer effizienter ausgenutzt und die Anzahl der Einwohner stieg beachtlich an. Der Robbenfang wurde zum Haupterwerb der Einwohner der am Ufer der Bottenwiek gelegenen Dörfer.

Die Felle der Robben und ihr Fett, der Tran, waren wertvolle Handelswaren. Die Einwohner von Kierikki erhielten dank ihrer effizienten Fangmethoden mehr Beute als sie selbst benötigten, daher konnten Sie Feuerstein vom Weißen Meer und Bernsteinschmuck aus den südlichen Ostseeregionen erwerben. Durch den Handel lernten die Menschen fremde Völker und deren Gewohnheiten kennen.
Der Wohlstand zur Zeit der typischen Kammkeramik (4000 – 3300 v. Chr.) ließ die Bevölkerungszahl ansteigen, was zu einer noch effizienteren Nahrungsbeschaffung, zu einer intensiveren Arbeitsteilung in der Gemeinschaft sowie zur Organisierung einer Verteidigung führte. Mit der Entwicklung der Gemeinschaft gingen große, planmäßig ausgeführte Bauprojekte einher, wie beispielsweise der Bau von Reihenhäusern und Steinanlagen in Ovalform (sog. Hühnenkirchen).

Gegen Ende der Steinzeit wurden an der Küste des Bottnischen Meerbusens neuartige Großhäuser gebaut. Die Besonderheit von Kierikki sind zwei rechteckige Wohnhausreihen, deren Böden aus Balken bestanden und die durch fast drei Meter breite Gänge miteinander verbunden waren. Die bis zu 60 Meter langen Reihenhäuser enthielten fünf bis sieben Wohnungen und wurden von mehreren Familien bewohnt.
Weiteres über das Leben im steinzeitlichen Kierikki, Gegenstandsfunde aus dem Gebiet und Informationen zur Forschungsgeschichte gibt es in der Ausstellung des Kierikki-Zentrums.
